BETRIEBLICHE ALTERSVESORGUNG:

   Die verschiedenen Durchführungs-Wege   

 


Der Überbegriff

"BETRIEBLICHE ALTERSVERSORGUNG" oder "BETRIEBSRENTE" bezeichnet eine ganze Gruppe besonderer

 

gesetzlich GEFÖRDERTER Verfahrensweisen zur

 

Schaffung eines oft erheblichen RENTEN-KAPITALS wie auch grundlegender persönlicher ABSICHERUNGEN

 

im Rahmen eines BESCHÄFTIGUNGS-VERHÄLTNISSES.

 


Der gemeinsame Grundgedanke

Wenn Arbeitnehmer vom Betrieb neben laufenden Entgelt-Zahlungen auch Anwartschaften auf eine spätere Rente oder Abfindung erhalten, so werden diese Leistungen vor allem steuerlich besonders begünstigt. Allein aus der Verringerung der Steuern und der Sozialversicherungs-Abgaben werden dabei bis zur Hälfte der Aufwendungen für eine hochwertige private Renten-Anlage zugeschossen.

Diese staatliche Unterstützung steht allen Arbeitern und Angestellten zu, auch mitarbeitenden Angehörigen und insbesondere geschäftsführenden Gesellschaftern.


Die gemeinsamen Vorteile

Reguläre Gehalts-Erhöhungen werden von der damit verbundenen Erhöhung der Abgabenlast immer weit in den Schatten gestellt. Genau die umgekehrte Wirkung läßt sich erzielen, wenn das Unternehmen statt dessen eine Betriebsrente einrichtet, als besondere Form der Vergütung zusätzlich zu Löhnen oder Gehältern: Die Abgabenlast für alle Beteiligten verringert sich ganz gewaltig!

Aber auch einzelne Beschäftigte können Teile ihres laufenden Entgelts in Renten-Ansparungen umwandeln,  statt sie sich weiterhin als "Barlohn"  -  zum baldigen Verbrauch dessen, was nach sämtlichen Abzügen noch davon bleibt  -  in die Hand oder aufs Konto auszahlen zu lassen.

In beiden Fällen fließen die Gelder aus der mittelbaren Bezuschussung sowohl Arbeitnehmern wie auch Arbeitgebern zu.

Eine erste Vorstellung vermittelt der allgemeine Überblick
"BETRIEBLICHE ALTERSVERSORGUNG".


Die verschiedenen Bausteine

Für eine Betriebliche Altersversorgung können UNTERSCHIEDLICHE INSTRUMENTE eingesetzt werden. Deren besondere Eigenschaften lassen sich bis in alle Einzelheiten auf Ihre persönlichen und wirtschaftlichen Zielsetzungen abstimmen und ermöglichen so eine genaue bedarfsgerechte Gesamtplanung.


I       Direktversicherung

Die Direktversicherung ist die gängigste und bekannteste Form. Sie eignet sich fast immer als Kern-Baustein, ob allein oder in Verbindung mit anderen Einrichtungen.

Ihre Vorzüge liegen in der großen Flexibilität bei der individuellen Vorsorge-Gestaltung - mit oder ohne Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenen-Absicherung in frei wählbarer Zusammensetzung - sowie in der einfachen Durchführung und nicht zuletzt in der gänzlichen Unverbindlichkeit für den Betrieb, der hier hauptsächlich als formaler Vertrags-Partner auftritt: Die wirtschaftliche Verpflichtung des Arbeitgebers beschränkt sich im Grunde auf die Überweisung der Beiträge.

Da im Rahmen einer Direktversicherung nicht mehr als durschnittlich 1.752,-- Euro im Jahr je Arbeitnehmer angelegt werden können, finden andere Bausteine vorwiegend dort Anwendung, wo die Direktversicherung diese Grenze bereits erreicht hat.



II      Pensionszusage

Pensionszusagen mit Rückdeckung durch einen Wertpapier-Fonds oder eine Kapitalversicherung dienen - nicht nur aber vorzüglich - als spezielles Werkzeug für die Versorgung einzelner höher Verdienender: Leitende Angestellte, Geschäftsführer oder Gesellschafter, die auch Gehalt beziehen, können sich auf diesem Weg ein beträchtliches Ruhegehalt schaffen, für das sie die Aufwendungen nicht doppelt versteuern müssen, sondern sogar wesentlich geringer als ihre laufenden Bezüge.

Die Gestaltungs-Möglichkeiten sind besonders im steuerlichen Bereich für den Betrieb sehr vielseitig. Für Klein- und Mittelbetriebe, noch mehr für kleinste Firmen und GmbHs erweist sich die Pensionszusage oft als der Rettungsring im Steuer-Strudel.



III    Unterstützungskasse

Unterstützungskassen wurden vor Allem für Mittel- und Groszbetriebe geschaffen, denen sie den ganzen Verwaltungs-Aufwand abnehmen und in der Regel auch für alle Renten-Leistungen gerade stehen.

Die lange Zeit bewährte firmeneigene Rückdeckung, auch die durch einfache Pensions- oder "Polster"-Kassen, wird in unserer Zeit immer mehr zum Auslaufmodell, das von den selben Problemen unterhöhlt wird, die auch der gesetzlichen Rentenversicherung zunehmend das Wasser abgraben: Überalterung und Stellen-Abbau.

Mit der Übertragung der Versorgungs-Aufgaben an eine Unterstützungskasse, die von Anfang an eine unabhängige Kapital-Rückdeckung aufbaut, gewinnt das Unternehmen daher nicht nur größere steuerliche Vorteile, sondern auch festen wirtschaftlichen Boden unter den Füßen.

Hier fassen wir nun die wichtigsten Gesichtspunkte der einzelnen Verfahrensweisen zusammen:



I
Direktversicherung und
Direktversicherung aus Barlohn-Umwandlung

 

Das Verfahren ist im Grunde sehr einfach und handlich: Bis zu 1.752,-- Euro jährlich können über einen Betrieb in frei wählbaren privaten Renten- oder Lebensversicherungen als "Direktversicherung" - nämlich direkt zu Gunsten eines Arbeitnehmers - angelegt werden.

Dieser "Begünstigte" erhält ebenso direkt die Leistung aus dem Versicherungsvertrag: Entweder als lebenslange Rente oder als einmalige Kapital-Abfindung; auch Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenen-Versorgung können eingebunden werden.

Der große Vorteil: Auf die Beiträge wird keine progressive Einkommensteuer, sondern lediglich eine "Pauschalsteuer" von derzeit 20% erhoben. Danach gehören alle Ansprüche aus dem Versicherungsvertrag - wie das im "Rückkaufswert" bestehende Guthaben - zum Vermögen des Begünstigten: Und zwar sofort, wenn von Anfang an ein unwiderrufliches Bezugsrecht vereinbart wurde; wenn dies nicht der Fall ist, dann erst, sobald die gesetzliche Unverfallbarkeit eintritt.

Über den Versicherungsvertrag darf der Begünstigte frühestens mit 60 Jahren frei verfügen, also ihn etwa beleihen oder kündigen. Auch Renten- oder Kapital-Zahlungen dürfen nicht vorher erfolgen. Dadurch will man sicher gehen, daß diese steuerlichen Vorteile tatsächlich eine menschenwürdige Gesamtversorgung im Ruhestand - und somit auch eine Entlastung der Sozialämter - bewirken.

Selbstverständlich sind Berufsunfähigkeits- oder Todesfall-Leistungen an kein bestimmtes Alter gebunden, sondern erfolgen sofort nach Eintritt der Voraussetzungen. Auch kann die Versicherung zu jeder Zeit beitragsfrei oder mit vermindertem Beitrag weitergeführt werden.


A  Die vom Arbeitgeber finanzierte Direktversicherung

Die klassische Direktversicherung ist eine Leistung des Arbeitgebers zusätzlich zu den davon nicht berührten Brutto-Bezügen - etwa auf Grund betrieblicher Rahmen-Vereinbarungen oder an Stelle eines hoch zu versteuernden und sozialversicherungspflichtigen 14. Monatsgehalts.

Genau wie reguläre Gehalts-Zahlungen wirken sowohl die Versicherungs-Beiträge als auch die darauf zu entrichtende Pauschalsteuer als Betriebsausgaben steuermindernd, bleiben darüber hinaus aber auch frei von Sozialversicherungs-Abgaben.

Je nach Betriebsart erspart also die nur 20%-ige Pauschalsteuer dem Unternehmen entweder die Körperschaftsteuer, die im Allgemeinen bei 25% liegt, oder zumindest die Einkommensteuer auf das Betriebs-Ergebnis; je nach dessen Höhe kann sich die so ersparte Steuerlast zwischen 17% und 44%.

Dazu kommt der Wegfall der Sozialversicherungs-Abgaben, die bei etwa 40% der Bezüge liegen. Damit bleiben sowohl dem Betrieb wie auch dem begünstigten Arbeitneher nochmals je 20% der in die Direktversicherung fließenden Zuwendungen erhalten, die sonst als Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Anteil vom bar ausgezahlten Entgelt abgezogen würden.

Dem Arbeitgeber verbleiben hier gesetzlich genau geregelte Ansprüche auf das von ihm finanzierte Versicherungs-Guthaben, vor allem für den Fall, daß ein begünstigter Arbeitnehmer vor Eintritt der Unverfallbarkeit aus dem Betrieb ausscheidet.



B  Die Barlohnumwandlung oder Entgelt-Umwandlung

Die Direktversicherung aus Barlohnumwandlung wird, wie schon der Name sagt, auf Wunsch des Arbeitnehmers aus Teilen seiner Brutto-Bezüge finanziert.

Dabei wird das steuerpflichtige Brutto-Einkommen um die zu Versicherungs-Beiträgen umgewandelten Gehaltsteile vermindert.

Die Beiträge aus der Barlohnumwandlung sind bloß noch bis 2008 frei von Sozialversicherungs-Abgaben sowie auch nur dann, wenn sie nicht aus laufenden Gehältern erbracht werden, sondern aus Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, Honoraren oder Tantiemen. Deswegen sind hier meist Jahres-Beiträge zweckmäßig.

Die aus umgewandeltem Gehalt finanzierten Versicherungsleistungen werden dabei von Anfang an unwiderruflich an den Arbeitnehmer verpfändet, der Arbeitgeber hat hierauf keine wie immer gearteten Ansprüche.

Durch den Wegfall der Sozialversicherungs-Beiträge spart auch das Unternehmen in beträchtlichem Maß Lohn-Nebenkosten ein: Diese machen immerhin etwa 20% der umgewandelten Bezüge aus ! Im Gegenzug sind viele Betriebe bereit, auch für Direktversicherungs-Beiträge aus Barlohn -Umwandlung die Pauschalsteuer zu übernehmen; ein solches Vorgehen ist vor allem deshalb vernünftig, weil die pauschalierte Lohnsteuer wie bereits erwähnt als Betriebsausgabe gilt, und zwar auch bei einer Entgelt-Umwandlung. Die Arbeitnehmer hingegen dürften diese Abgabe - dank der Verbesserung des Gesetzes durch die Regierung Schröder - von ihren bereits versteuerten Netto-Einkommen zahlen.

Die Verringerung der Lohnnebenkosten ist in jedem Fall ein sehr guter Grund auch für jedes Unternehmen, allen Mitarbeitern eine vorteilhafte Barlohnumwandlung zu empfehlen und anzubieten.


II
Die rückgedeckte Pensionszusage

 

Eine Pensionszusage ist ein Vertrag, nach dem der Arbeitgeber sich zu bestimmten Versorgungsleistungen gegenüber einem "Begünstigten" verpflichtet. Dafür gibt es gesetzliche Rahmenbedingungen wie etwa Rentenhöhen bis 4.200,-- DM monatlich oder einmalige Abfindungen nicht über 575.000,-- DM - mit gewissen Ausnahmen.

Für diese Pensionszusage sind vom Betrieb "Rückstellungen" zu bilden, die vom körperschaftssteuerpflichtigen Betriebsvermögen abgezogen ("passiviert") werden dürfen. Dafür gelten bestimmte jährliche Richtsätze, die von der Höhe der zugesagten Pensionen abhängen. Diese Richtsätze sind also maßgeblich für die steuerliche Bewertung.

Unabhängig davon braucht das Unternehmen aber auch eine wirkliche  Rückdeckung, ein bestimmtes Vermögen, aus dem die zugesagten Zahlungen tatsächlich geleistet werden können. Diese Rückdeckung sollte sich daher am realen Bedarf ausrichten, sie kann sowohl höher als auch niedriger sein als die vom Gesetzgeber rechnerisch festgelegte "Rückstellung". Die für die Rückdeckung erforderlichen Aufwendungen bleiben allerdings in der Regel deutlich geringer als die zu passivierenden Rückstellungen.

Anders als bei Direktversicherungen bleibt das Rückdeckungs-Kapital grundsätzlich erst einmal Firmenvermögen oder Vermögen einer besonderen Kasse.



A  Innerbetriebliche Rückdeckung

Bislang zogen viele Betriebe es vor, ihre Rückstellungen im firmeneigenen Vermögen zu bilden: Etwa in Form von Gebäuden oder Maschinen, mit denen gewinnbringend gearbeitet werden kann. Das scheint vorerst eine gute Investition zu sein; das Unternehmen kann die vorgeschriebenen Rückstellungen für jede getätigte Pensionszusage steuerlich passivieren, ohne daß dafür tatsächlich zusätzliche Ausgaben anfallen.

Nun wird aber kaum ein Betrieb die Absicht haben, für fällige Rentenzahlungen auch wirklich jedes Mal Teile des Betriebsvermögens zu veräußern; vor allem, wenn es sich dabei um unentbehrliche Wirtschaftsgüter handelt, die in der Produktion eingesetzt werden. Man nimmt also die benötigten Gelder aus den laufenden Einnahmen und ist damit auf entsprechende Überschüsse angewiesen. Das kann in wirtschaftlich schwachen Jahren zu erheblichen Schwierigkeiten führen und im schlimmsten Fall das ganze Unternehmen bedrohen.

Deswegen empfiehlt sich fast immer eine Auslagerung der Pensions-Rückdeckung in eine "Rückdeckungsversicherung" oder einen "Rückdeckungs-Fonds" - oder gleich die Übertragung der Versorgungs-Verpflichtung auf eine Unterstützungskasse.



B  Pensionszusage mit Rückdeckungs-Versicherung

Bei Rückdeckungs-Versicherungen handelt es sich im Allgemeinen ebenso um Lebens- oder Rentenversicherungen wie bei der Direktversicherung. Nur geht die Versicherungsleistung nicht direkt an den Begünstigten, sondern an das Unternehmen, das damit seine eingegangenen Verpflichtungen zu bestreiten hat.

Die Beiträge zur Rückdeckungsversicherung werden als Betriebsausgaben abgeschrieben und verringern so die Steuerlast des Unternehmens unmittelbar. Auch eine Pauschalsteuer wird darauf nicht erhoben.

Zusätzlich werden die vorgeschriebenen Rückstellungen im Betriebsvermögen passiviert, der Rückkaufswert der Versicherung muß dagegen aktiviert werden. Dieser Rückkaufswert nimmt in Kurvenform Anfangs noch sehr langsam zu und zum Ende der Laufzeit hin immer schneller, während die rechnerische Rückstellung ziemlich geradlinig ansteigt und erst gegen Schluß vom Versicherungswert eingeholt oder überholt wird, also dann, wenn der Begünstigte in den Ruhestand geht. Das bewirkt einen erheblichen Steuerstundungs-Effekt.



C  Rückdeckungs-Fonds

Eine Pensionszusage kann statt durch Versicherungen auch durch Aktien- oder andere Wertpapier-Fonds rückgedeckt werden. Dafür gibt es ganz speziell konzipierte Produkte.

Wie bei der Rückdeckungs-Versicherung gelten die Beiträge als Betriebsausgaben und müssen auch nicht pauschal versteuert werden. Zugleich werden auch hier die planmäßigen - fiktiven - Rückstellungen passiviert und das Fonds-Vermögen aktiviert.

Dieses Fonds-Vermögen wird nach dem "gemäszigten Niederstwert-Prinzip" eingestuft: Nur der Einkaufspreis der Papiere geht in die Bewertung ein, dazu die Ausschüttungen, die übrigens im Fonds wieder angelegt werden. Der hauptsächliche Gewinn solcher Fonds besteht aber in den Wertsteigerungen der Papiere und bildet somit eine sehr große stille Reserve: Diese Gewinne machen im Schnitt mehr als drei Viertel der Gesamt-Erträge aus und werden erst bei der Einlösung der einzelnen Anteile steuerpflichtig.

Dadurch ergibt sich ein wesentlich höherer Steuerstundungs-Effekt als bei der Rückdeckung durch eine Kapitalversicherung. Vor allem, weil der Wiederverkauf in der Rentenbezugs-Zeit auch nur schrittweise - zur Finanzierung der gerade fälligen Renten - zu erfolgen braucht.

Zusätzlich kann man durch genau bemessene Verkäufe von Fonds-Anteilen und Wieder-Anlage der realisierten Gewinne gezielt auf die steuerlichen Bedürfnisse des Unternehmens reagieren.

Vor Allem aber bietet der Fonds gegenüber klassischen Kapitalversicherungen eine wesentlich höhere Gewinnerwartung - jährliche Renditen über 10% sind durchaus realistisch.



III
Unterstützungskassen

 

Ein Unternehmen kann die Aufgaben der betrieblichen Altersversorgung vollständig auf eine Unterstützungskasse übertragen. Statt einer Pensionszusage gibt es hier einen "Leistungsplan", der die vorgesehenen Ansprüche der einzelnen Mitarbeiter genau festlegt.

Unterstützungskassen gelten als soziale Einrichtungen und genießen somit grundsätzlich Steuerfreiheit, wenn alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Es erfolgt weder eine Passivierung der vorgeschriebenen Rückstellungen noch eine Aktivierung des Deckungskapitals.

Die Beiträge zu Unterstützungskassen kann das Unternehmen aber als Betriebsausgaben abschreiben, es wird darauf auch keine Pauschalsteuer erhoben. Darüber hinaus erfolgt keine Bilanz-Berührung, was die ganze Sache ausgesprochen pflegeleicht macht.

Die Steuerlast liegt ausschließlich beim Versorgungs-Empfänger, und zwar erst in der Rentenbezugs-Zeit; auf Grund verschiedener Freibeträge bleiben für diesen Begünstigten sogar ganz ansehnlichen Leistungen immer noch steuerfrei. Ein Ehepaar etwa, das selbst eine sehr hohe gesetzliche Grundrente von über 3.000,-- DM monatlich erhält, kann immer noch bis etwa 2.250,-- DM im Monat von der Unterstützungskasse beziehen, ohne dafür auch nur eine Mark Steuern bezahlen zu müssen - das gibt ein Netto-Einkommen von 5.250,-- DM!



A  Firmeneigene Unterstützungskassen

Diese herkömmlichen "Pensions"- oder "Versorgungs-Kassen" sind auch heute noch in vielen Großbetrieben anzutreffen und konnten sich lange Zeit sehr gut bewähren. Da diese Kassen, um ihren Verpflichtungen nachkommen zu können, aber nicht nur auf ein expandierendes wirtschaftliches Umfeld angewiesen sind, sondern auch auf eine steigende - oder zumindest gleich bleibende Zahl von Beschäftigten, hat sich die Lage schon seit Jahren bedrohlich verschlechtert.

Heute müssen die Unternehmen mit beträchtlichen Deckungslücken rechnen, ähnlich wie bei der unter II A beschriebenen unmittelbaren Innenfinanzierung durch den Betrieb. Denn der für das benötigte Rückdeckungs-Kapital zulässige Spielraum ist gesetzlich sehr stark eingeschränkt und auf Dauer fast immer unzureichend:

Für jeden Renten-Anwärter dürfen der Kasse in einem Wirtschaftsjahr lediglich 25% der zugesagten Altersrente zugeführt werden - und das nur 8 Jahre lang! Daraus ergibt sich eine Höchst-Einlage von insgesamt 2 Jahresrenten. Wenn der Mitarbeiter in den Ruhestand geht, wird aber in der Regel ein Kapital in der Höhe von 12 bis 14 Jahresrenten benötigt, um die lebenslange Versorgung zu gewährleisten.

Es bleibt der Kasse zwar völlig freigestellt, wie die Rückstellungen angelegt werden: In Wertpapieren, in Immobilien, als Festgelder oder auf Sparbüchern. Eine derart wundersame Geldvermehrung, wie sie erforderlich wäre, um das Kapital in 20 Jahren zu versiebenfachen, darf man aber ohne waghalsige Spekulationsrisiken kaum erhoffen - zumal ja auch ständig Gelder zur Bestreitung der laufenden Rentenzahlungen entnommen werden, wodurch die Einzahlungen tatsächlich nur für wesentlich kürzere Zeiträume gewinnbringend angelegt werden können.

Ein beträchtlicher Teil der betrieblichen Rentenzahlungen erfolgt daher ständig aus den laufend einfließenden Beiträgen für die Arbeitnehmer von heute, also für die Anwärter auf die Renten von morgen.

Man spricht deswegen auch von einer "Polsterkasse", weil die Zahlungs-Verpflichtungen immer nur für einen beschränkten Zeitraum von höchstens 2 bis 3 Jahren abgefedert sind.

Diese bloße Polsterung bleibt somit auf einen beständigen Zufluß angewiesen; eine Abhängigkeit, die sehr leicht zu erheblichen Engpässen führen kann, sodaß das Unternehmen aus eigenen Mitteln zuschießen muß. Vor allem in Zeiten fortschreitender Wegrationalisierung von Arbeitsplätzen sieht sich die Polsterkasse zunehmend überfordert: Mit der sinkenden Zahl der Neu-Einstellungen nehmen auch die Beitrags-Einnahmen ab und werden von den eintretenden Renten-Ansprüchen der alten Mitarbeiter immer weiter überholt.

Wie bei der unmittelbaren Finanzierung aus Betriebs-Mitteln müssen sich demnach Stellenabbau oder Produktions-Rückgänge verheerend auswirken.


B  Rückgedeckte Unterstützungskassen

Die Rückgedeckte Unterstützungskasse bietet eine grundsätzlich nachhaltige und tragfähige Lösung: Die Sicherstellung der Versorgung wird einfach, kostengünstig und gewinnbringend vom Beschäftigtenstand und vom ganzen Geschäftsverlauf des Betriebes abgekoppelt. Die Rückdeckung erfolgt über Lebens- und Rentenversicherungen - allerdings keine fondsgebundenen - von Anfang an in ausreichender Höhe.

Die Verwaltung der Rückstellungen obliegt vollständig der Kasse. Da sie als soziale Einrichtung steuerfrei wirtschaftet, wirken sich für den Betrieb weder die vorgeschriebenen Rückstellungen noch die tatsächlich gebildeten Vermögenswerte steuerlich aus: Anders als bei der "Rückdeckungs-Versicherung" zur Pensionszusage wird der Rückkaufswert also nicht dem Betriebsvermögen zugerechnet.

Statt der fiktiven Rückstellungen zählen sämtliche tatsächlichen Aufwendungen für die Kasse als Betriebsausgaben, also Versicherungsbeiträge, Verwaltungskosten und die vorgeschriebene Insolvenz-Sicherung. Auch hier wird auf all diese Ausgaben keine Pauschal-Steuer erhoben.

In der rückgedeckten Unterstützungskasse müssen auf jeden Fall mehr Arbeitnehmer als Gesellschafter bzw. Mitunternehmer begünstigt sein. Sie eignet sich daher nicht immer für kleine Betriebe, wo etwa nur eine Gesellschafter-Geschäftsführer-Versorgung eingerichtet werden soll.

In den meisten Fällen, wo eine rückgedeckte Unterstützungskasse nicht zweckmäßig erscheint, erweist sich der Rückdeckungs-Fonds als die beste Lösung:



IV
Allgemeines

 

Gemessen an der Vielschichtigkeit der gesetzlichen und steuerrechtlichen Rahmen-Bedingungen darf die vorliegende Zusammenstellung, auch wenn sie Ihnen auf den ersten Blick vielleicht schon recht umfangreich vorkommen mag, nur als erster kurzer Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit gelten. Für einen sinnvollen Einsatz des breit gefächerten Instrumentariums der betrieblichen Altersversorgung kommt es immer darauf an, den jeweiligen persönlichen und wirtschaftlichen Bedarf, die Unternehmens-Ziele, die vorteilhaftesten Produkt-Bausteine und die besten steuerlichen Möglichkeiten sorgfältig zu ermitteln und unter einen Hut zu bringen.

Die rechtlichen Grundlagen finden sich vor allem im Gesetz zur Verbesserung der Betrieblichen Altersversorgung oder kurz Betriebsrentengesetz, im Einkommensteuergesetz, im Körperschaftsteuergesetz sowie in den entsprechenden Durchführungsverordnungen und Ländererlässen.

 

Erste Voraussetzung für jede Art der betrieblichen Altersversorgung ist in allen Fällen ein bestehender Arbeitsvertrag. Soll ein Mitunternehmer versorgt werden, so muß es sich beim Betrieb um eine juristische Person handeln.

 

Bei einem Wechsel des Arbeitgebers können grundsätzlich alle bestehenden Versorgungs-Bausteine und die daraus erwachsenen Rechte und Ansprüche ohne große Umstände in das neue Arbeitsverhältnis überführt werden. Bei der Direktversicherung gestaltet sich diese Übertragung besonders einfach, der Begünstigte kann die Anlage sogar rein privat weiterführen, auf Wunsch auch mit niedrigeren Beiträgen oder völlig beitragsfrei.


V
Auf den Punkt gebracht

 

Wer sich noch nie mit dem Gebiet der betrieblichen Altersversorgung befaßt hat, wird zwangsläufig sehr beeindruckt sein, wenn ein Angebot vorgelegt wird, das bislang ungeahnt einträgliche Aussichten eröffnet. Dabei kommt man nicht so schnell auf den Gedanken, daß es vielleicht einen Weg geben könnte, der noch wesentlich ansehnlichere Vorteile brächte als der gerade einmal aufgezeigte.

Will man sich aber nicht mit halben Sachen zufrieden geben, so kann nur eine sorgfältige, umfassende Analyse durch Fachleute zu einem ausgereiften Entwurf führen, der auch sämtliche Feinheiten berücksichtigt um so die höchsten Erträge zusammen mit der zweckmäßigsten Absicherung in die günstigste rechtliche und steuerliche Gestaltung einzubinden.

In vielen Fällen empfiehlt sich als erster Grund-Baustein eine Direktversicherung, sei es nun eine aus Entgelt-Umwandlung oder eine aus Beiträgen des Betriebes.

Dafür spricht vor allem die große inhaltliche Gestaltungs-Freiheit, die maßgeschneiderte individuelle Versorgungspläne ermöglicht.

Besonders angenehm ist die Direktversicherung aber auch für den Arbeitgeber, der lediglich als formaler Vertragspartner aufzutreten braucht und keine weiteren Verpflichtungen eingeht als die Beiträge zu überweisen wie vereinbart: Sämtliche Ansprüche der Versorgungsberechtigten werden hier nämlich ausschließlich auf die Leistungen der Versicherungs-Unternehmen beschränkt.

Anderen Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung wie Pensionszusagen und Unterstützungskassen kommt hauptsächlich die Aufgabe zu, unter Einbindung weiterer Einsparungen und Vergünstigungen eine ausreichende Versorgung zu schaffen, wenn die knappen Höchstbeiträge zur Direktversicherung - in der Regel nur bis zu 1.752,-- Euro jährlich - bereits ausgeschöpft sind.

Welcher Durchführungsweg jedoch in welcher vertraglichen Einbindung für Ihre Wünsche und Absichten unter welchen Voraussetzungen wirklich angebracht und zielführend ist, läßt sich erst unter Einbezug aller maßgeblichen Umstände und Aufgabenstellungen entscheiden.

Wir stehen Ihnen für alle Fragen kurzfristig zur Verfügung und vereinbaren gerne auch eine persönliche Beratung.

Bitte sprechen Sie uns an !

 

 

Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß diese Zusammenfassung nicht vollständig sein kann und sämtliche Angaben ohne Gewähr erfolgen. Rechtsverbindlich sind ausschließlich die gesetzlichen Vorschriften und die Vertrags-Unterlagen der Versicherungs- und Kapitalanlage-Gesellschaften oder der Unterstützungskassen, die Sie auf Wunsch von uns erhalten.