Begriffe und Zusammenhänge:

PRIVATE oder GESETZLICHE Krankenversicherung ?

Der grundsätzliche UNTERSCHIED

 


I

P 
RIVATE KRANKENVERSICHERUNG

 

Private Krankenversicherungen sind FREIWILLIGE ZUSAMMENSCHLÜSSE, die GEMEINSCHAFTLICH die LEBENSLANGE GESUNDHEITLICHE VERSORGUNG für Ihre Mitglieder sichern.

Einzig aus deren EIGENEN EINZAHLUNGEN müssen sie daher auch SÄMTLICHE AUSGABEN für Heilbehandler, Krankenhäuser und Arzneien sowie für Zahnersatz, Kuren und alle sonstigen Heil- und Hilfsmittel FORTWÄHREND BESTREITEN. Hierzu haben die Versicherer genau auszuloten,



WIE HOHE Aufwendungen sie jetzt und auch später gewärtigen müssen,

 

und vertraglich festzulegen

 

WIE, NACH WELCHEM SCHLÜSSEL selbige sinnvoll und gerecht - das heißt aber vornehmlich : AUF DAUER TRAGFÄHIG ! - auf die Schultern der Beitragszahler zu VERTEILEN sind.

Die voraussichtlichen Kosten aller im Laufe des ganzen Lebens im Durchschnitt zu erwartenden Behandlungen werden hierzu, vorsorglich nach Eintrittsalter, Geschlecht, Gesundheitszustand und vereinbarten Leistungen abgestuft, auf die Versicherten verteilt, und diese danach zusammengefaßt in Gruppen mit jeweils einheitlichen Voraussetzungen. Derart muß für jede dieser unterschiedlichen Gefahren-Gruppen ihr Beitrag gesondert ermittelt werden.

Die Einstufung eines jeden Versicherten in die ihm angemessene Gefahrengruppe erfolgt jedoch einzig nach den zu Beginn, schon vor der Aufnahme herrschenden Voraussetzungen: Alle danach auftretenden Unbilden werden ja gerade durch den vertraglich verbürgten Versicherungsschutz aufgefangen und vom wirtschaftlichen Schirm der Gemeinschaft unbefristet gedeckt. Diese ursprüngliche Gefahrengruppe, der man nach der anfänglichen Risiko-Prüfung, zu den bei Annahme fest vereinbarten Bedingungen ein für alle Mal beitritt, braucht also niemand mehr zu verlassen, so lange er nicht von sich aus einen anderen vertraglichen Leistungs-Umfang beantragt oder die Zahlungen einstellt.

Die Berechnung der erforderlichen Beiträge muß jedoch von vornherein berücksichtigen, daß die meisten Menschen mit zunehmendem Alter immer mehr medizinische Leistungen in Anspruch nehmen. Dafür werden bereits in jungen Jahren die erhöhten Kosten künftiger Lebensabschnitte in Form einer „Alterungsrückstellung" mit eingeplant.

Füglich enthält Ihr Beitrag von Anfang an große Teile, die erst für die Verwendung in einem viel späteren Lebensalter vorgesehen sind. Diese Anteile fließen sofort in die Alterungsrückstellung oder „Deckungsrückstellung", die ausschließlich und unwiderruflich für den Zweck der Bezahlung von versicherten Leistungen ab einem festen Alter bestimmt ist, und zwar Kraft Gesetzes.

Jener Zeitpunkt des Übergangs von der Ansparung allmählich geringer werdender Betragsteile hin zur Entlastung der laufenden Beiträge durch zunehmende Bestreitung der steigenden Leistungen mittels entsprechend ansteigender Entnahmen aus der aufgebauten Rückstellung hängt stets von den Vorraussetzungen der jeweiligen Gefahrengruppe ab, namentlich von Eintrittsalter und durchschnittlicher Lebenserwartung.

Deshalb sind Ihre monatlichen Beiträge auch umso niedriger, je jünger Sie zum Zeitpunkt Ihres Beitritts sind : Denn wenn die Ansparung der Rücklagen schon früh beginnt, dann verbleibt einfach ein längerer Zeitraum für den Aufbau des erforderlichen Kapital-Stocks, den Sie zur wirtschaftlichen Deckung Ihrer Anwartschaft auf die später zu erbringenden Leistungen brauchen  !

Diese UMFASSENDE VORSORGE-STRATEGIE bezeichnet man als „ANWARTSCHAFTS-DECKUNG". Sie zielt darauf ab, sämtliche anstehenden Kosten, einschließlich ihrer stark ZUNEHMENDEN BALLUNG zum hohen Alter hin, dennoch über das ganze Leben auf STÄNDIG GLEICHE BEITRÄGE zu verteilen anstatt das dicke Ende tatenlos auf die Versicherten zukommen zu lassen.

Zwar muß man diese Beiträge samt den darin enthaltenen Rückstellungen den fortwährend teurer werdenden äußeren Verhältnissen freilich laufend anpassen: Zunächst schon dem allgemeinen Preis-Anstieg auf Grund der gewöhnlichen Geldwert-Zersetzung, dann den ganz besonderen Verteuerungen eines vom gnadenlosen Fortschritt getriebenen Gesundheitswesens, eben so der immerzu steigenden Lebenserwartung; mitunter schlagen wohl auch häufiger auftretende oder langwierigere Erkrankungen der entwurzelten menschlichen Gesellschaft unbillig zu Buche, ebenso die beachtlichen Erfolge in der oft zwangsweisen Verlängerung der Leiden Todkranker.

Vor der Wirklichkeit noch ungeborener Jahrzehnte bleibt letztlich jede heute irgend mögliche Vorkehrung ganz notgedrungen unvollkommenes Stückwerk. Und vor den weiterhin steigenden Ausgaben für auch künftig hemmungslos anwachsende Umsätze im Gesundheitswesen selbst kann sich ein privater Versicherer gerade so wenig schützen wie die gesetzlichen Kassen - oder wie der Krebskranke, dem man die wenig gewinnträchtige Orgon-Therapie seit einem halben Jahrhundert schon vorenthält, vor seinem Geschwür. Diese unvermeidliche Einschränkung vermag unterdessen noch lange nicht am nachvollziehbaren Aufbau milliardenschwerer Deckungsstöcke zu rütteln, noch an ihrer tatsächlichen Verwendung zum Abfangen ganz erheblicher Kosten und genau so wenig an der handfesten entlastenden Wirkung dieses Vorgehens für die Anspruchsberechtigten. Zeigen uns doch die gesetzlichen Kassen schon bald Tag für Tag, um wieviel schlimmer es denn ohne jenen mächtigen Schutzwall kommen kann und muß !

Ein weiterer ganz entscheidender Vorteil dieses Verfahrens der rechtzeitgen Anwartschafts-Deckung: Die Anlage der mittel- und langfristig für die Zukunft bestimmten Gelder in Wertpapieren, Spar-Einlagen, Beteiligungen, Sachwerten und dergleichen erwirtschaftet im Lauf der Zeit äußerst ansehnliche Gewinne, die wenigstens zu 90% den Versicherten als Eigentümern des von ihnen aufgebauten Kapitals gutzuschreiben sind und in der Regel zusammen mit den eingezahlten Ansparungen gleich im Deckungsstock verbleiben um so die zweckgebundenen Rücklagen weiter zu stärken.

Da die Rücklagenbildung überdies ja auch der fortwährenden Verteuerung des Gesundheitswesens selbst gerecht werden soll so weit es denn nur irgend geht, gibt es neben der Deckungsrückstellung noch zusätzliche Geldreserven, besonders in der „Rückstellung für Beitragsrückerstattung", aus der bei Bedarf Zuschüsse aufgebracht werden können, um als einmalige Beiträge besondere Kostensteigerungen aufzufangen oder die Beiträge der Versicherten über 65 zu entlasten.

In Deutschland darf man nämlich, trotz aller zumal von Kassen-Angestellten hartnäckig verbreiteter Verleumdungen, von keinem Versicherten mehr Geld dafür verlangen, daß er älter oder vielleicht gar von schweren Erkrankungen heimgesucht wird. Schließlich bleibt die Einstufung jedes einzelnen, insofern gesetzlich und vertraglich geschützten Kunden alleine nach den bei Aufnahme gegebenen Gefahr-Umständen für alle Zeit unverändert : Später hinzu kommende Kosten, seien es nun die üblichen Gipfelstürmereien der Behandlungsverfahren, Arzt-Gebühren und Krankenhaus-Sätze, seien es die sonstigen Einbußen der Kaufkraft und die zäh sich dehnende Langlebigkeit, oder seien es eben auch außergewöhnlich erhöhte Ausgaben in Folge besonders zahlreicher oder schwerwiegender Erkrankungen im Kreis der Versicherten, werden auf die Angehörigen der gleichen Gruppe stets in gleicher Weise verteilt. Nachträgliche Beschneidungen oder strafweise Zuschläge sind vertraglich völlig ausgeschlossen und selbst gesetzlich ganz und gar unzulässig.

Die einzelnen Unternehmen unterliegen einem harten Wettbewerb : Die besten Versicherer strengen sich entsprechend an, Ihren Kunden hervorragende Leistungen zu bieten, günstige Beiträge und zugleich größtmögliche Sicherheiten, sprich : Rücklagen. Wie überall im Wirtschaftsleben gibt es daneben zahlreiche Anbieter, die vorwiegend auf kostspielige Werbung oder lockende Billig-Angebote setzen um möglichst flott neue Verträge abzuschließen, und ebenso auch Häuser, die sich einfach schwer tun oder schlicht schlecht wirtschaften, dazu vielleicht noch unmäßige Gewinne abschöpfen.

Die Kunst unserer Zunft besteht nun darin, diese Kriterien schonungslos abzuklopfen und das tatsächliche Preis-Leistungs-Verhältnis zu erkennen. Wir dürfen unsere Klienten nicht mit anfänglich niedrigen Beiträgen blenden, wenn diese auf Kosten einer ausreichenden Vorsorge beschönigend kalkuliert wurden, weil die später geforderten Prämien noch im verschwiegenen Dunkel der Zukunft liegen. Vielmehr setzen wir uns ausschließlich für solche Unternehmen ein, die den hier beschriebenen Voraussetzungen in jeder Hinsicht gerecht werden und möglichst noch mehr tun als unsere immerhin schon recht unerbittlichen Forderungen zu erfüllen.

 


II

GESETZLICHE KRANKENVERSICHERUNGEN

 

Die „Krankenkassen" sind Körperschaften des öffentlichen Rechts, die dem Bundesversicherungsamt unterstehen. Sie tragen die Kosten der notwendigsten gesundheitlichen Versorgung und müssen sich aus Beiträgen finanzieren, die nach dem jeweiligen Einkommen jedes Versicherungspflichtigen ermittelt werden, und zwar nach dem sogenannten „Umlageverfahren": Dabei werden lediglich die im laufenden Jahr anfallenden Kosten auf die Mitglieder verteilt; es erfolgt also von vornherein gar kein Aufbau von Rücklagen für die Zukunft, denn die Beiträge werden gleich wieder ausgegeben. Das ist der wesentliche Unterschied zum „Anwartschafts-Deckungs-Verfahren" der privaten Versicherer.

Leistungen und Tätigkeit werden von Gesetzen geregelt, durch deren wiederholte Neufassung der Staat versucht, die zunehmenden Schwierigkeiten und Engpässe auch dann auszubügeln, wenn er sie selbst mit verursacht hat.

Der Wettbewerb der einzelnen Kassen untereinander wurde ebenfalls durch Gesetze schon weitgehend unterbunden, denn zum Einen hat man die Leistungen kraft Erlasses gleichgeschaltet, zum Anderen wurden die Kassen zu einem „Risikostrukturausgleich" verpflichtet: Danach müssen günstigere Kassen riesige Beträge an ihre von Haushaltsschwierigkeiten bedrängten Mitbewerber abtreten; derart will man also den oft beträchtlichen Unterschieden der Beitragssätze beikommen. Und vermöge dieser nutzbringenden Gelder können sich die so Unterstützten dann auch endlich kostspielige Werbe-Feldzüge leisten, um sich gegen ihre Fütterer zu wehren und so wenigstens den Geist des freien Wettbewerbs zu retten, auf daß er just so wacker spuke wie das Gespenst des Kommunismus. Die damit bezweckten Beitrags-Senkungen sucht der Zwangsversicherte leider vergebens.

Anders als bei privaten Versicherern wird mit dem Mitglied auch kein Versicherungsvertrag geschlossen, den man vielleicht einklagen oder kündigen könnte; alle Leistungen sind nur bis zur nächsten Verordnung festgeschrieben. Wer versicherungspflichtig ist, muß das wohl oder übel hinnehmen und kann höchstens die Kasse wechseln; lediglich freiwillig Versicherte haben die Möglichkeit, aus der gesetzlichen Krankenversicherung auszutreten und sich privat zu versichern.

 


III

P RIVATÄRZTLICHE BEHANDLUNG im Gegensatz zur KASSEN-VERSORGUNG

 

1.) Allgemeines und Ambulanter Bereich:

In der Privaten Krankenversicherung sind Sie grundsätzlich PRIVATPATIENT: Sie sind selbst unmittelbarer Auftraggeber Ihrer Ärzte oder Heilbehandler wie etwa Hebammen, Psychotherapeuten und Heilpraktiker; diese müssen folglich Ihnen persönlich eine genaue Rechnung vorlegen, an Hand derer Sie alle Punkte der Kostenaufstellung prüfen können. Es spielt dabei keine Rolle, ob Ihr Behandler zugleich auch als Vertragsarzt für gesetzliche Kassen tätig ist oder nicht. Selbstverständlich können Sie jede Rechnung sofort und noch unbezahlt bei Ihrem Versicherer einreichen, sodaß Ihnen die Gelder für die Begleichung rechtzeitig zur Verfügung stehen.

Bei Kassenpatienten rechnet der Arzt im Allgemeinen ohne Mitsprache-Möglichkeit der Betroffenen gleich mit der Kasse ab, und zwar nach deren festen Richtlinien und Leistungs-Verzeichnissen. Für Heilpraktiker müssen Sie selber aufkommen.

Ganz anders aufgebaut sind die „Gebührenordnungen", in denen die Honorare für Privatpatienten geregelt sind.

Da die Zahlungen der gesetzlichen Kassen bedeutend magerer ausfallen als die nach den Gebührenordnungen berechnete Erstattung der privaten Versicherer, verzichten viele Ärzte, die es sich auf Grund überlegener Befähigung leisten können, ganz auf Kassen-Verträge und stellen Ihr Können ausschließlich Privatpatienten zur Verfügung - was sie natürlich nicht von ihrer Pflicht zur Hilfeleistung in etwaigen Notfällen entbindet.

Private Versicherer stellen Ihren Mitgliedern vielfach ausführliche Listen zur Verfügung, welche Naturheilverfahren sie von vornherein übernehmen, auf Antrag werden auch darüber hinausgehende Leistungen erbracht. Gesetzliche Kassen bewilligen meist nur in Ausnahmefällen recht begrenzte Zuschüsse.

 

2.) Krankenhaus oder Stationäre Behandlung:

Bei den zahlreichen Privat-Kliniken wird der Unterschied noch deutlicher:

Während die „Bundespflegesatzverordnung" den Vertrags-Krankenhäusern der gesetzlichen Kassen schon von vornherein nur die nötigsten Kosten für den jeweils diensthabenden Arzt und für Mehrbettzimmer usw. zuerkannte, wurden jetzt auch noch „Fallpauschalen" eingeführt: Danach treten an Stelle der bisher üblichen Pflegesätze bei bestimmten Krankheitsbildern nur noch eng bemessene Fest-Beträge, unabhängig von einem vielleicht im Interesse des Patienten gebotenen höheren Behandlungsaufwand. Es wird den Krankenhäusern überlassen, wie sie mit diesen Geldern zurechtkommen, um sie zu einem wirtschaftlichen Denken zu erziehen.

Dagegen können Privatkliniken, die nach der Gebührenordnung abrechnen, in erster Linie darauf bedacht sein, ständig die besten und wenn nötig auch teuersten Heilverfahren, Untersuchungs- und Früherkennungs-Methoden, Gerätschaften und Technologien einzusetzen.

Hochqualifizierte Kapazitäten, Spezialisten, Chefärzte und Professoren stehen zu Ihrer Verfügung, auch wenn sie gar nicht am Krankenhaus Ihrer Wahl tätig sein sollten. Diese Leistungen werden als „Privatärztliche Behandlung" zusammengefaßt. Privatpatienten können natürlich auch in Vertragskrankenhäusern eine privatärztliche Behandlung in Anspruch nehmen.

Auch bei der Ausstattung und Unterbringung brauchen Sie es an nichts mangeln zu lassen. Natürlich soll Komfort nicht als bloßes Status-Symbol herhalten; der händeschüttelnde Oberarzt ist wohl das schlechteste Aushängeschild für eine private Absicherung und man sollte sich bloße Alibi-Visiten auch nachdrücklich verbitten. Jedoch ist gerade in kritischen Situationen, wenn der Mensch um seine Gesundheit und vielleicht sogar um sein Überleben kämpft, eine aufmerksame, würdige und sogar vorzügliche Behandlung unbedingt notwendig und mehr als hilfreich, um Schmerzen, Angst oder Resignation überwinden zu können und dabei aufgerichtet und mit allen Kräften unterstützt zu werden. Privatpatienten können von vornherein eine Unterbringung im Einbett-Zimmer verlangen.

Die Grundversorgung, wie sie bei den gesetzlichen Kassen üblich ist, also die Behandlung durch den Stationsarzt und die Unterbringung in der „allgemeinen Pflegeklasse" (früher: „3. Klasse") werden als „allgemeine Krankenhausleistungen" oder „Regelleistungen" zusammengefaßt, die darüber hinausgehenden privatärztlichen Behandlungen durch die leitenden Ärzte des Krankenhauses und das Quartier im Ein- oder Zweibett-Zimmer bezeichnet man als „Wahlleistungen".

Für Kuren und Sanatorien bieten die einzelnen privaten Versicherer sehr unterschiedliche Leistungsrahmen an, die aber fast immer weit über das Maß der Kassen-Zuschüsse hinausgehen.

 

3.) Zahnbehandlung und Zahnersatz:

Im Zahnbereich stellen Inlayversorgung und hochwertiger Zahnersatz etwa aus Keramik oder Edelmetall den grundlegenden Standard privatärztlicher Behandlung dar. Dazu kommen alle flankierenden Maßnahmen wie funktionsanalytische Befund-Erhebung, Modellmontagen und erstklassige Laborleistungen.

Die meisten Tarife unterscheiden zwischen „Zahnersatz", das sind „prothetische Maßnahmen" von der Einzelkrone über die Brücke aufwärts bis zu Implantaten, und „Zahnbehandlung"; diese umfaßt alle übrigen Leistungen einschließlich Gußfüllungen (Inlays), Extraktionen, Wurzel- und Paradontose-Behandlungen und Prophylaxe.

Viele private Versicherer vereinbaren mit ihren neuen Mitgliedern eine „Zahnstaffel", durch die im Zahnbereich die Leistungen in den ersten Versicherungsjahren auf genau festgelegte jährliche Höchstbeträge beschränkt werden. Dadurch kann man vermeiden, daß sich Kunden erst bei schon längst überfälliger Zahnbehandlung einstellen und die Versichertengemeinschaft mit unverhältnismäßigen Kosten schröpfen, während die Beitragsberechnung doch darauf beruht, daß zum Zeitpunkt des Eintritts bei jedem gleichermaßen von einem erstklassigen Gesundheitszustand ausgegangen werden kann. Für bereits vorhandene Defizite und unvermeidlich feststehende Ausgaben darf man die Gelder der Mitglieder nicht verschenken. Darum tut Ihnen ein Versicherer nichts Gutes, wenn er es als Vorzug hinstellt, auf eine Zahnstaffel zu verzichten. Sie würden damit nur ein willkommenes Opfer für berechnende Zeitgenossen, die sich vielleicht auch noch gleich wieder verabschieden, wenn Sie sich erst an den für Ihre langfristige Gesundheits-Vorsorge bestimmten Geldern bedient haben. Selbstverständlich gewährleistet jeder gute Versicherer, daß im Falle eines Unfalls auch im Zahnbereich von Beginn an keine wie immer gearteten Beschränkungen gelten.

Gesetzliche Kassen kommen lediglich für sehr eingeschränkte Zahnbehandlungen auf, diese beinhalten ausnahmslos Füllungen aus Amalgam oder Kunststoff; für Zahnersatz bekommen Sie Zuschüsse von meist 50% oder 60%, und das auch nur, wenn Sie sich mit der billigen Ausführung begnügen, die Ihnen vorgeschrieben wird.

 

4.) Gebührenordnung

Die Gebührenordnungen regeln in allen Einzelheiten, wieviel Ihr Heilbehandler für jede seiner Leistungen verlangen darf.

Es gibt eine

Die Gebührenordnungen beinhalten für jede Leistung einen Grundbetrag oder Einzelwert, der noch mit einem bestimmten Faktor multipliziert wird, sowie dessen entsprechende „Höchstsätze", die ein Heilbehandler ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung höchstens in Rechnung stellen darf.

Im Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker bleibt dieser Höchstsatz beim Wert 1 und entspricht somit genau den dort angeführten Grundbeträgen selber.

Die Gebührenordnung für Ärzte sieht genauso wie die Gebührenordnung für Zahnärzte als erste Obergrenze das 2,3-fache des Grundbetrags für ärztliche Leistungen vor, das ist der sogenannte „Schwellensatz". Bei schriftlich begründeten maßgeblichen medizinischen Besonderheiten gilt als äußerster Höchstsatz das 3,5-fache. Der Schwellensatz für Medizinisch-technische Leistungen (mit hohem Sachkosten-Anteil) beträgt das 1,8-fache und der Höchstsatz mit Begründung das 2,5-fache des Grundbetrages, für Laborleistungen gelten die Faktoren 1,15 als Schwellensatz und 1,3 als Höchstsatz. Darüber hinaus regeln genaue Bestimmungen, wann diese Höchstsätze genommen werden dürfen und um wieviel sich diese Beträge in welchen Fällen wiederum verringern, etwa bei Behandlungen durch Ober-, Fach- und Belegärzte.

In den neuen Bundesländern gelten noch gewisse „Abschläge", die von den genannten Faktoren abgezogen werden müssen; im Zuge der laufenden Angleichung werden die Abschläge aber regelmäßig so lange gekürzt, bis sie ganz wegfallen.

Ihr Heilbehandler darf die Höchstsätze nur überschreiten, wenn Sie sich damit vor der Behandlung schriftlich einverstanden erklären, man nennt dies eine „Honorarvereinbarung" oder „Abdingung". Vernünftiger Weise erstatten die meisten privaten Krankenversicherer von vornherein nur im Rahmen der Höchstsätze, da der Behandler hier ohnehin wesentlich besser gestellt ist als bei den Abrechnungen der gesetzlichen Kassen und somit die besten Leistungen ohnehin bereits gewährleistet sind. Vielfach werden zusätzliche höhere Leistungen in bestimmten, wirklich angebrachten Fällen vom Tarif bereits vertraglich festgeschrieben. Sonst kann man davon ausgehen, daß sie auf Antrag auch dann erbracht werden, wenn sie notwendig sind, um eine bestimmte hochwertige Behandlung zu gewährleisten, die zu den üblichen Bedingungen nicht möglich wäre.

Anbieter, die damit werben, daß sie generell und ohne Prüfung auch über die Gebührenordnungen hinaus liquidieren, tun ihren Kunden damit keinen Gefallen : Solche Zusagen sind erfahrungsgemäß allzu schmackhafte Köder, um die Begehrlichkeit vieler Ärzte geradezu vorsätzlich zu erregen. Wenn es sich erst herumgesprochen hat, daß ein Versichereroffenbar Geld zu verschenken hat, dann werden wohl die Wenigsten auch nur den Versuch erwägen, dieser Versuchung zu widerstehen. Vielmehr wird immer mehr zugelangt und die Kosten steigen in einem Ausmaß, das kaum noch in den Griff zu kriegen ist; der zunehmende Aufwand aber muß unausweichlich über Beitragserhöhungen wieder hereingebracht werden und die Versichertengemeinschaft verschenkt letztlich ihr eigenes Geld.

Beitrags-Stabilität und Blanko-Schecks sind und bleiben unvereinbar.


Kompaß-Rose

 


B
itte haben Sie Verständnis dafür, daß diese Zusammenfassung nicht vollständig sein kann und sämtliche Angaben ohne Gewähr erfolgen. Rechtsverbindlich sind ausschließlich die jeweils anzuwendenden Gesetze und Verträge sowie die Unterlagen, die Sie von einer Versicherungsgesellschaft selbst erhalten.

Das Haupt-Verzeichnis unserer Website soll Ihnen einen Überblick unserer hauptsächlichen Tätigkeitsgebiete „zum Nachschlagen" an die Hand geben. Wir würden uns freuen, wenn wir Ihnen oder vielleicht Ihren Mitarbeitern oder Bekannten bei Bedarf unverbindlich Angebote auch im weiteren Umfeld der umrissenen Themenkreise erstellen dürften. Genau so gerne stehen wir Ihnen aber auch einfach mit Auskünften jeder Art zur Verfügung.

Bitte sprechen Sie uns an !


Kompaß-Rose

 

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