Begriffe und Zusammenhänge:

Die wichtigsten Aufgaben der gesetzlichen Krankenversicherung:

1.) Behandlungskosten:

Die gesetzlichen Kassen übernehmen grundsätzlich nur die Kosten ihrer Vertragsärzte und Vertragskrankenhäuser und dies mit wesentlichen Einschränkungen, die hinlänglich bekannt sein dürften: Immer höhere Eigenbeteiligungen und Zuzahlungen der Versicherten für Krankenhäuser, Arzneien, Zahnersatz und Brillen, Zahnfüllungen gibt es nur aus Amalgam oder bestenfalls Kunststoff, um die wichtigsten zu nennen.

Die Leistungen der privaten Krankenversicherer für Ihre gesundheitliche Versorgung sind ganz allgemein wesentlich besser und weitreichender als die der gesetzlichen Kassen; um wieviel und wie sie sich im Einzelnen von diesen unterscheiden, bestimmen Sie selbst durch das gewählte Tarif-Paket, wobei Sie angenehmer Weise einen sehr breiten Spielraum haben. Dinge wie Kochkurse und Aerobic-Ratgeber gehören in der Regel nicht dazu, dafür Behandlungen durch Heilpraktiker, Psychotherapie, Privatkliniken, Inlays, Weltgeltung und vieles mehr.

Um Ihnen eine umfassende Beurteilung der Lage zu ermöglichen, müssen wir im Folgenden gerade die Punkte deutlich herausstellen, die - zumindest teilweise - zu Gunsten der gesetzlichen Versorgung sprechen könnten und vor dem Abschluß einer privaten Krankenversicherung entsprechend sorgfältig zu beachten sind. Trotz aller Gewissenhaftigkeit kann diese Darstellung aber nicht alle einzelnen Sachverhalte und Ausnahmen vollständig wiedergeben.

2.) Mutterschaftsgeld und Erziehungsgeld:

A - Erziehungsgeld

gibt es nach der Geburt eines Kindes 24 Monate lang, und zwar länderspezifisch von den Bezirksämtern, Versorgungsämtern, Jugendämtern, Städten und Gemeinden oder anderen Behörden. Unabhängig davon, ob die Mutter gesetzlich oder privat krankenversichert ist, beträgt es monatlich 600,-- abzüglich einkommensabhängiger Kürzungen.

B - Beitragsbefreiung und Entbindungs-Pauschalen

C - Mutterschaftsgeld und Tagegeld

Privat versicherte Arbeitnehmerinnen bekommen vom Bundesversicherungsamt statt dessen einmalig 400,-- Mutterschaftsgeld ungekürzt, zusätzlich zum Erziehungsgeld.

Für Privatversicherte Selbständige gelten bei den einzelnen Gesellschaften unterschiedliche Vereinbarungen; man kann als Richtschnur etwa das versicherte Tagegeld für 7 Tage erwarten.

3.) Günstige Beiträge für Geringverdiener:

Durch die Bemessung nach dem Einkommen bieten die gesetzlichen Kassen mitunter einen preiswerten Grundschutz für die ganze Familie. Private Versicherer werden nicht billiger, wenn Sie weniger verdienen, langen aber auch nicht zu, wenn Ihr Einkommen steigt. Für einen stimmigen Vergleich ist auch zu beachten, daß gesetzliche Kassen von Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachts-Geldern ebenfalls Ihren Obulus nehmen, während private Versicherungen ihre Monatsbeiträge - wie schon der Name sagt - nur zwölf mal im Jahr verlangen!

Wer arbeitslos ist, wird dadurch unausweichlich versicherungspflichtig und muß - und kann - seine private Krankenversicherung gleichzeitig ruhend stellen oder kündigen.

4.) Niedrigere Beiträge für Rentner?

A - Beitragsbemessung nach der Rente

Jede gesetzliche Kasse bietet eine sogenannte „Krankenversicherung der Rentner" („KVdR"), deren Beitrag als Prozentwert aus der gesetzlichen Rente berechnet wird, und wie gering diese heutzutage schon ausfällt, ist hinlänglich bekannt: Wer bislang ein Einkommen um die 6.000,-- DM monatlich hatte erhält meist nur eine Rente zwischen 2.000,-- und höchstens 3.000,--. Die gesetzliche Höchstrente liegt derzeit knapp über 3.000,-- monatlich und kommt nur Langzeit-Spitzenverdienern zu Gute. Dadurch kann sich der Beitrag für den Rentner bei entsprechend mageren Bezügen fast halbieren.

Der große Haken: Diese „KVdR" steht nur Pflichtversicherten offen, genau genommen allen, die mindestens 90% ihrer zweiten „Lebens-Arbeits-Hälfte" pflichtversichert waren. Wer etwa 40 Jahre lang gearbeitet hat, muß in den letzten 20 Jahren wenigstens 18 Jahre lang pflichtversichert gewesen sein, was bedeutet, daß er sich in dieser Zeit ohnehin nicht hätte privat versichern können!

Bei allen anderen - also vor allem bei Selbständigen und Arbeitnehmern, deren Einkommen über der „Beitragsbemessungsgrenze" lag, - nimmt die gesetzliche Kasse ihren Beitragssatz von sämtlichen Einkünften, also auch von Betriebsrenten, Gewinnausschüttungen, Kapitalerträgen oder Mieteinnahmen und von Nebeneinkommen jeglicher Art.

Gerade Selbständige oder Besserverdiener können kaum auf eine massive private Vorsorge verzichten, wenn sie nicht später einmal von einer ganz geringen Sockel-Rente zehren wollen. Damit zerrinnen die so oft gepriesenen Vorteile der „KVdR" aber genau den Personen zwischen den Fingern, die sich privat versichern könnten und dennoch darauf verzichten.

B - Beitragssenkungen in der Privaten Krankenversicherung

Unabhängig vom Alter verringern sich die Beiträge für privat Krankenversicherte bereits dann erheblich, wenn mitversicherte Kinder in das Berufsleben eintreten und sich ohnehin selbst versichern müssen.

Auch in der gesetzlichen Krankenversicherung endet dann die Familienversicherung. Da aber diese Mitversicherung keinen Einfluß auf den Beitrag hat, hinterläßt auch ihre Beendigung keine Spuren im Geldbeutel des Beitragszahlers.

Private Krankenversicherer sind gesetzlich dazu verpflichtet, für jeden Versicherten Alterungsrückstellungen zu bilden. Die Mittel der „Deckungsrückstellung" und der „Rückstellungen für Beitragsrückerstattung" sind zu einem großen Teil dafür bestimmt, die Beiträge der Versicherten, die das 65. Lebensjahr erreicht haben, insgesamt nachhaltig zu senken. Zusätzliche Mittel aus diesen Rücklagen führen bei leistungsstarken Versicherern zu weiteren deutlichen Entlastungen der Beiträge in 5-Jahres-Schritten.

Besonders für Arbeitnehmer gibt es eigene Bausteine in der privaten Krankenversicherung, die eine feste Beitragssenkung ab 65 gewährleisten - zusätzlich zu den vom Versicherer bereits von vornherein eingeplanten Maßnahmen zur Beitragsentlastung älterer Mitglieder und völlig unabhängig davon.

Für diese Tarif-Bausteine Ihrer Krankenversicherung haben Sie den gleichen Anspruch auf Ihren Zuschusz vom Arbeitgeber wie für Ihre gesamte private Kranken- und Pflege-Versicherung.

Alternativ oder ergänzend kann eine verantwortungsbewußt konzipierte private Rente in ihrer Höhe eine Beitragsentlastung ab einem gewissen - von Ihnen übrigens in diesem Fall frei wählbaren - Alter beinhalten.

In beiden Fällen bieten sich Lösungen an, die weitaus kostengünstiger sind, als allgemein angenommen: Eine lebenslang garantierte Rente von 250,-- monatlich können Dreißigjährige schon mit einem monatlichen Aufwand unter 25,-- erzielen! Da es für die private Rentenversicherung keinen Arbeitgeberzuschuß gibt, eignet sich diese Lösung vor allem für Selbständige oder als Ergänzung für Arbeitnehmer, die Ihre zuschußfähigen Beträge in der Krankenversicherung bereits ausgeschöft haben.

C -Geringerer Beitragssatz

Wer in den Ruhestand tritt, hat natürlich keinen Anspruch mehr auf eine Entgelt-Fortzahlung im Krankheitsfall. Durch den Wegfall der Krankengeld-Versicherung beträgt daher der Beitragssatz in den gesetzlichen Kassen um etwa einen bis zwei Prozentpunkte weniger als der für Berufstätige.

G>enauso aber fällt für den privat Versicherten im Ruhestand sofort die Krankentagegeldversicherung und damit auch der Beitrag dafür weg. Die finanzielle Entlastung wirkt sich hier oft deutlich spürbarer aus.

5.) Familienversicherung:

Kinder und Ehepartner ohne eigenes Einkommen sind in den gesetzlichen Kassen beitragsfrei mitversichert. Hier muß Ihre familiäre Situation ganz individuell berücksichtigt werden und Ihr Konzept für eine private Absicherung muß die Beiträge für Ihre Familienmitglieder beinhalten.

6.) Krankengeld:

Arbeitnehmer erhalten im Krankheitsfall eine meist sechswöchige Lohn- oder Gehalts-Fortzahlung durch den Arbeitgeber. Im Anschluß bekommen Sie von der Kasse ein Krankengeld von höchstens 90% Ihres Netto-Einkommens; davon werden noch die Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung abgezogen, es blieben also derzeit noch etwa 77,2% oder weniger: Mehr als 3.692,-- im Monat wird nämlich in keinem Fall gezahlt, auch nicht an Spitzen-Verdiener.

Für die selbe Krankheit endet zudem jede Krankengeld-Zahlung nach 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren, danach werden Sie „ausgesteuert".

Mit der „KrankentagegeldVersicherung" übernimmt der private Versicherer die Sorge für Ihren Lebensunterhalt anstelle des „Krankengelds" der gesetzlichen Kassen - nur daß Sie Ihr Tagegeld bis zur Höhe Ihres vollen Netto-Einkommens (zuzüglich des vollen Beitrags zur Rentenversicherung und des Arbeitgeber-Zuschusses zur privaten Krankenversicherung!) frei wählen können und keine Abzüge zu befürchten haben. Auch können Sie diese Leistung ohne zeitliche Begrenzung erhalten!

Selbständige bekommen bei Arbeitsunfähigkeit natürlich so oder so keine Bezüge von einem Arbeitgeber. Sie können über eine private Krankentagegeldversicherung mit einer nach Wunsch vereinbarten Karenzzeit von mindestens einer Woche ihren Lebensunterhalt sichern. Aus Kostengründen empfiehlt sich meist eine längere Karenzzeit, sodaß das Tagegeld ab dem 22. oder 43. Tag einsetzt, am besten ist meist eine Staffelung aus diesen beiden Fristen.

Auch für gesetzlich Versicherte ist eine zusätzliche private Krankentagegeldversicherung sehr zu empfehlen, um die drohende Einkommens-Einbuße abzufangen. Diese Krankentagegeldversicherung kann als bedarfsgerechte Ergänzung genau auf das zu erwartende Krankengeld abgestimmt werden.

7.)

Die „Soziale Pflegeversicherung" der gesetzlichen Kassen übernimmt Kosten für häusliche oder stationäre Pflege nach festen Maßgaben und bis zu knappen Höchstgrenzen. Im äußersten Fall muß der Pflegebedürftige zusätzlich mehrere tausend Mark selbst aufbringen.

Die Leistungen sind gesetzlich geregelt, und zwar einheitlich für die gesamte „Pflegepflichtversicherung", also die soziale und die private Pflegeversicherung, hier gibt es keine Unterschiede.

Der Beitrag in der sozialen Pflegeversicherung hängt vom Einkommen ab und liegt bei 1,7% vom Brutto, die Beiträge der privaten Versicherer richten sich nach dem Eintrittsalter: Wer noch nicht 50 bzw. in den neuen Bundesländern noch nicht 47 ist, kommt bei den Privaten meist wesentlich billiger weg.

Private Krankenversicherungen bieten „Pflege-Ergänzungsversicherungen" im Rahmen der „Pflegekrankenversicherung" gleichermaßen für privat und für gesetzlich Krankenversicherte als Zusatz zur Pflegepflichtversicherung an. Damit können Sie die Leistungen der Pflegepflichtversicherung bis zur Höhe der tatsächlichen Pflegekosten aufstocken, meist für einen wesentlich günstigeren Beitrag als in der Pflichtversicherung.

Kompaß-Rose

Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß diese Zusammenfassung nicht vollständig sein kann und sämtliche Angaben ohne Gewähr erfolgen. Rechtsverbindlich sind ausschließlich die einzelnen Gesetzes- und Vertragstexte und die Unterlagen, die Sie von der Versicherungsgesellschaft selbst erhalten.

Die beiliegende Vorstellung soll Ihnen einen Überblick unserer hauptsächlichen Tätigkeitsgebiete „zum Nachschlagen" an die Hand geben. Wir würden uns freuen, wenn wir Ihnen oder vielleicht Ihren Mitarbeitern oder Bekannten bei Bedarf unverbindlich Angebote auch im weiteren Umfeld der umrissenen Themenkreise erstellen dürften.

Genau so gerne stehen wir Ihnen aber auch einfach mit Auskünften jeder Art zur Verfügung.

Kompaß-Rose